Julius Pfeifer – Ein Leben für das Gemeinwohl

Julius Pfeifer 1923 – 1971

Am 21. Januar 1971 verstarb der Rohrbacher Kommunalpolitiker Julius Pfeifer im Alter von nur 47 Jahren. Zeit seines Lebens hatte er seine Schaffenskraft dem Allgemeinwohl gewidmet.

Julius Pfeifer wurde am 26. November 1923  als ältestes von fünf Kindern von Josef Pfeifer und dessen Ehefrau Magdalena im „Puhl“ (Jugendheimstraße) in „Quiene Haus“ geboren.

Nach der Volksschule in Rohrbach besuchte er von 1935 bis 1941 das Gymnasium in St. Ingbert zusammen mit dem späteren St. Ingberter Oberbürgermeister Dr. Werner Hellenthal.

Ab 1941 besuchte er die Reichsfinanzschule Mölln in Lauenburg (Schleswig-Holstein, nähe Hamburg).

Von dort wurde er zum  Reichsarbeitsdienst nach Jagel bei Schleswig kommandiert.

Anschließend erfolgte die Einberufung zum 2. Fliegerregiment in Kaufbeuren und später ins österreichische Klagenfurt, wo er als Pilot und Fluglehrer Dienst leistete.

Unteroffizier Julius Pfeifer im zweiten Weltkrieg als Pilot und Fluglehrer

Während des Zweiten Weltkrieges geriet er in fast zweijährige französische Gefangenschaft. Vom 17. April 1945 bis zum 31. Januar 1947  war er in Briancon und Lyon gefangen.

Das Elternhaus von Julius Pfeifer auf der Rohrbacher Siedlung

Nach seiner Gefangenschaft war er bis 1965 als Finanzoberinspektor beim Finanzamt  St.Ingbert beschäftigt.

„Menschen auseinander zu bringen ist leicht, Menschen zusammenzubringen ist ungleich schwerer“ und „Miteineinander geht es besser“ waren Leitworte von Julius Pfeifer, der stets klare Vorstellungen vom Zusammenleben und -wirken hatte.

Vom 28. Dezember 1960 bis zu seinem frühen Tod 1971 gehörte er dem Gemeinderat Rohrbach an. In der Zeit von 1964  bis 1968 war er der Erste Beigeordnete der Gemeinde Rohrbach. Im November 1968 wurde er zum Fraktionsvorsitzenden der CDU gewählt. Daneben begleitete er verschiedene Ehrenämter in Gemeinde und Land.

Er war stets maßvoll, tolerant, nicht nachtragend und nicht resignierend gewesen. Nie hat er seine Mitarbeit versagt, auch wenn Entscheidungen zu seinen Ungunsten ausgefallen sind.

Ob als Beigeordneter, als Fraktionsvorsitzender oder Oppositionsführer, immer war er ein belebendes Element in den Sitzungen und damit Mitgestalter des Gemeindelebens gewesen.

Lange Zeit war er auch Verbandsvorsteher des Kassenzweckverbandes Rohrbach – Hassel.

Julius Pfeifer war nicht nur durch seine Tätigkeit ab 1965 als Verwaltungsleiter des Kreiskrankenhauses St. Ingbert bekannt, sondern auch als engagierter Kommunalpolitiker und schließlich auch als wesentliche Stütze bei vielen geselligen Veranstaltungen in St. Ingbert und Rohrbach.  Aus seiner Zeit als Finanzoberinspektor des Finanzamtes  St. Ingbert stammt das folgende Bild.

1962 Julius Pfeifer (hintere Reihe, 8. von links) mit Mitarbeitern des Finanzamtes St.Ingbert

Julius Pfeifer war aktiver „Fasenachter“ bei der „Dengmerter Narrezunft“ DNZ. Er war der geistige Vater des weit über die Grenzen von Rohrbach hinaus bekannten Gesangsquartetts „Die Bierkehlchen“.

Er textete zahlreiche Lieder für die Bierkehlchen, u.a. den Rohrbacher Gassenhauer „Gret holt die Axt“. Auch als  Büttenredner war Julius Pfeifer eine bekannte Größe der Fastnacht.

Die 4 Bierkehlchen mit Ihrem Chef (von links: Gerhard Fuß, Albert Knoch, Richard Schmitt, Günter Weiland und Julius Pfeifer)

Hierzu lesen Sie auf dieser Webseite den Artikel „Die 4 Bierkehlchen – ein Gesangsquartett aus Rohrbach“.

https://rohrbach-nostalgie.de/2011/02/11/die-4-bierkehlchen-ein-gesangsquartett-aus-rohrbach/

In den 60er Jahren arrangierte Julius Pfeifer die CDU-Galakappensitzungen in der TG Turnhalle.

Hierzu auch ein gesonderter Artikel auf dieser Webseite „Rohrbach im siebten Stampeshimmel -Die Galakappensitzungen der CDU“

https://rohrbach-nostalgie.de/2015/02/05/rohrbach-im-siebten-stampeshimmel-die-gala-kappensitzungen-der-cdu/

Bildergalerie mit Stationen aus dem Leben von Julius Pfeifer:

1963 Tag des Baumes auf dem neuen Marktplatz. Julius Pfeifer rechts hinter dem Redner Egon Fisch (vorne), dem Rektor der Katholischen Volksschule Rohrbach

1964 Bei einer Karnevalsveranstaltung im Saarbrücker Johannishof: Julius Pfeifer, Albert Knoch, Günter Herrmann und Gerhard Fuß

1964 Tag des Baumes an der Edelweißhütte. Julius Pfeifer, der Erste Beigeordnete der Gemeinde Rohrbach auf dem Foto links mit Sonnenbrille. Daneben die Gemeinderatsmitglieder Alois Selzer, Clemens Roschlock, Max Deckarm und Christian Pfeifer. Vorne als Redner Egon Fisch, Rektor der Katholischen Volksschule

1964 Julius Pfeifer, links neben Pfarrer Leo Köller bei der Einweihung des Italienerheimes

1964 Der neugewählte Gemeinderat von Rohrbach. Hintere Reihe von links: Alois Selzer, Anton Lauer, Viktor Rohe, Heinz Haberer, Karl Ruf und Erich Wolf. Mittlere Reihe von links: Willi Magenreuter, Clemens Roschlock, Max Deckarm, Fritz Zimmermann, Alfons Charrois, Gustav Wagner, Paul Dohr, Karl-Heinz Lauer, Horst Steinacker und Ferdinand Koob. Vorne von links: Jakob Huy, Jakob Luck, Linda Burkhardt, Robert Gehring, Bürgermeister Walter Bettinger, Julius Pfeifer und Johann Schubert

Julius Pfeifer obenauf, hier auf dem Rücken von Albert Knoch. Vorne mit Zigarillo Günter Hermann, daneben Günter Weiland. Mit Hut Günter Weber (de lang Weber) und rechts Richard Huy

1965 Julius Pfeifer, links im Bild, begleitet den Deutschen Bundeskanzler Professor Dr. Ludwig Erhard und den Saarländischen Ministerpräsidenten Dr. Franz-Josef Röder zum Rohbau des neuen Rathauses. Dahinter der Landtagsabgeordnete Merz und Landrat Albert Schwarz

Am 22. Juni 1965 begrüßt Julius Pfeifer den Deutschen Bundeskanzler Prof. Dr. Ludwig Erhard vor dem Rohbau des neuen Rathauses.

1965 Bundeskanzler Professor Dr. Ludwig Erhard trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Rohrbach ein. Dahinter der Saarländische Ministerpräsident Dr. Franz-Josef Röder und Julius Pfeifer

1965 Bei der Einweihung des Sportheimes am alten Sportplatz an der Johannesschule. Von links: Max Deckarm, Bürgermeister Walter Bettinger, Julius Pfeifer, Willi Magenreuter, Artur Banholzer, Luitpold Abel, Albert Wahrheit und Fritz Zimmermann

1965 Der Elternbeirat der Katholischen Volksschule Rohrbach. Julius Pfeifer in der hinteren Reihe, 4. von links

1965 Verabschiedung von Oberlehrerin Katharina Gehring. Unsere Aufnahme zeigt in der ersten Reihe von links: Bürgermeister Walter Bettinger, Schulrat Lorscheider, Katharina Gehring, Pfarrer Leo Köller, Rektor Egon Fisch, Beigeordneter Gemeinde Rohrbach Julius Pfeifer. Hintere Reihe von links: Alfred Weber, Trudel Thiel und Otto Wannemacher

1965 Der Gemeinderat Rohrbach bei einem Treffen mit der DGB-Jugend Rohrbach. Von links: Guido Kapp, Heinz Wadle, Ferdinand Koob, Willi Magenreuter, Julius Pfeifer, Wolfgang Kaiser und Robert Gehring

Im Juli 1967 verabschieden sich die Bierkehlchen mit einem Abschiedskonzert in privatem Kreise im Nebenzimmer des Gasthauses Zur Post (Glasersch). Von links: Günter Herrmann, Gerhard Fuß, Albert Knoch, Günter Weiland und Julius Pfeifer

1967 Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Rohrbach, Julius Pfeifer, bei der Einweihung des Lindenbrunnens am Glashütter Weiher

1967 Julius Pfeifer (vorne, 10. von links) inmitten der Festgäste anlässlich der Einweihung des Lindenbrunnens

1967 Die Hausfrauenabteilung der TG Rohrbach beim Schauturnen. Julius Pfeifer, am Tisch sitzend, 2. von rechts

1967 Julius Pfeifer gratuliert Hugo Spranger beim Tag der Alten.

1968 Julius Pfeifer bei der CDU-Galaprunksitzung in der TG Turnhalle, die unter dem Motto steht „Blau und Gelb sind unsere Farben“, auf dem Weg zur Ordensverleihung

1968 Julius Pfeifer wird vom Sitzungspräsidenten Günter Thalheimer zum Dr. Humoris causa ernannt.

1968 Julius Pfeifer erhält nach seiner Büttenrede einen Schluck Wein vom Sitzungspräsidenten Günter Thalheimer.

Am 1. Juli 1968 findet auf dem Sportplatz an der Johannesschule das Fußball-Länderspiel Uruguay gegen Schottland statt. Kapitän der Urus ist Julius Pfeifer (Julinho), 8. von links, in der hinteren Reihe.

Der Capitano der „Urus“, Julinho (Julius Pfeifer), führt sein Team aufs Feld.

1968 Die Kandidaten der CDU für die Gemeinderatswahl. Von links: Willi Magenreuter, Julius Pfeifer, Clemens Roschlock, Alfons Charrois, Heinz Wadle, Egon Deckarm, Julianna Kessler, Heinrich Wagner, Richard John, Josef Barth, Jakob Huy, Max Deckarm und Albert Senzig

1968 Beim Tag der Alten begrüßt der Erste Beigeordnete der Gemeinde,  Julius Pfeifer, den Alt-Bürgermeister Jakob Oberhauser, der erstmals als 80-Jähriger an dem Treffen teilnimmt.

1968 Einweihung des neuen Ehrenfriedhofs. Von links: 1. Erwin Conrad 2. Alfons Charrois 3. Julius Pfeifer 4. Willi Magenreuter 5. Clemens Roschlock 6. Max Deckarm 7. Friedrich Leiner 8. Walter Bettinger 9. Alfred Weber 10. Else Jakob 11. Alfred Tholl 12. Rudi Becker

1969 Julius Pfeifer als Ur-Germane im Gespräch mit Dr. Berthold Budell bei der CDU-Galaprunksitzung

1969 Julius Pfeifer und die Tanzgarde der Dengmerter Narrenzunft DNZ

1969 Julius Pfeifer mit einer Mädchen-Tanzgarde

1969 Julius Pfeifer verabschiedet den langjährigen Sitzungspräsidenten Günter Thalheimer, den es beruflich nach Frankfurt zieht. Mit auf dem Foto Heinz Wadle und der Landtagsabgeordnete Merz

1969 Julius Pfeifer beim Pfarrfamilienabend in der TG Turnhalle, links von ihm seine Ehefrau Lydia, rechts von ihm Rita Wadle und deren Ehemann Heinz Wadle

1969 Julius Pfeifer mit seinen Parteifreunden, von links Hans-Joachim Stumpf, Richard John, Martin Zimmermann und Willi Magenreuter

1969 Tag der Alten im Gasthaus zur Post (Glasersch). Auf dem Foto von links: Julius Pfeifer, Alfred Weber, Else Jacob, Pfarrer Leo Köller, Bürgermeister Walter Bettinger und der evangelische Pfarrer Rembe

1970 Julius Pfeifer verteilt Äppelwoi-Bembel bei der CDU-Galaprunksitzung als Geschenk vom früheren Elferratspräsidenten Günter Thalheimer an die Elferrratsmitglieder. Von links  Rudi Schuff, Julius Pfeifer, Gisbert Magenreuter, Heinz Wadle, Willi Magenreuter und Martin Zimmermann

1970 Bürgerpreisschießen beim Schützenverein. Auf dem Foto von links: Schirmherr Landrat Albert Schwarz, Robert Gehring, Helmut Thielen, Edmund Gunkelmann, Julius Pfeifer, Bürgermeister Walter Bettinger und Franz Josef Koob

Julius Pfeifer, der im Januar 1971 allzu früh verstarb, hinterließ im Rohrbacher Gemeindeleben eine riesengroße Lücke. Durch seinen persönlichen Einsatz für die Gemeinde Rohrbach hat er sich bleibende Verdienste erworben. Ob als Beigeordneter, als Fraktionssprecher der CDU oder als Oppositionsführer, immer war er ein belebendes Element in den Gemeinderatssitzungen und damit Mitgestalter des gemeindlichen Lebens. Auch im kulturellen Leben setzte er Maßstäbe (Bierkehlchen, CDU-Galaprunksitzungen, Dengmenter Narrenzunft DNZ).

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung der Rohrbacher Heimatfreunde, , Bärbel Pfeifer, Dieter Pfeifer, Walter Gehring und Horst Diehl.

8 Gedanken zu “Julius Pfeifer – Ein Leben für das Gemeinwohl

  1. Hallo lieber Karl, wieder ein schöner Bericht mit Bildern vom Ex -Schwiegervater meiner Tochter, die ich noch nicht kannte, danke !
    Wünsche Dir auch für das neue Jahr weiter viel Erfolg und Spaß mit Deinen Berichten.

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  2. Hallo Herr Abel.
    Ein toller Bericht über Julius Pfeifer den ich ja persönlich als CDU-Mitglied kennen- und schätzen lernte. Es ist schade , dass ein so fähiger Mann so früh sterben mußte. Er hätte bestimmt noch viel für Rohrbach erreichen können.
    Ich freue mich immer Ihre Berichte zu lesen und wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein Guten und gesundes Neues Jahr.

    Franz-Josef Thiel

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  3. Hallo Karl,

    das war kein leichtes Unterfangen, das Leben solch einer Persönlichkeit als Julius Pfeifer zu beschreiben. Obwohl er nur ein viel zu kurzes Leben hatte, es war gefüllt mit einem variablen Hintergrund.
    Es war schön die Bilder mit den Namen und den Ereignissen zu sehen. Das hat bestimmt viel Geduld und Telefonate beansprucht.
    Vielen Dank, Karl, so viel Zeit und Mühe zu verbringen die Geschichte eines Deiner vorherigen Mitbürgern herbeizuführen. Erfreue uns weiter mit neuen Artikeln.

    Else Bens
    Ottawa, Ontario, Canada

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  4. Man kann nicht anders als zu sagen: großartig, die Würdigung dieses Mannes in der Spannweite zwischen enormer Verwaltungskompetenz und vielseitigen geselligen Fähigkeiten. Er wäre die richtige Person gewesen als Nachfolger des Bürgermeisters Oberhauser 1964. Aber es ist ja bekannt, weshalb es nicht dazu kam. Erstaunlich die innere Größe dieses Mannes, dass er beim Tag der Alten den 80- jahrigen Altbürgermeister per Handschlag begrüßte.
    Fritz

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  5. Hallo Karl,

    wieder ein toller Artikel, ich lese sie immer gerne, sie versetzen mich zurück in meine Kindheit.
    Ich singe die ganze Zeit “ Gretel hol die Axt“ vor mich hin; mit den Texten bin ich aufgewachsen, habe mir aber nie Gedanken gemacht wo die herkommen!
    Gibt es eigentlich noch Tonaufnahmen davon?

    Liebe Grüße
    Martina

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