Von Johann Schaar zum Musikverein – Die Geschichte der Rohrbacher Blasmusik

Johann Schaar war der Mitbegründer und 1. Kapellmeister der Hauskapelle des Gesellenvereins im Jahre 1924

Johann Schaar war der Mitbegründer und 1. Kapellmeister der Hauskapelle des Gesellenvereins im Jahre 1924

Das Jahr 1924 gilt als Gründungsjahr der Hauskapelle des Katholischen Gesellenvereins in Rohrbach. Erstmals traten die Vereinsmusiker zur Verabschiedung von Kaplan Ballof auf. In der Folgezeit spielten sie bei offiziellen Veranstaltungen des Vereins und der Kirche, manchmal auch bei außerkirchlichen Feiern. Als Gage gab es Getränkebons und an Ostern und Weihnachten neue Noten. Als Mitglieder der Kapelle waren sie verpflichtet an allen Proben teilzunehmen.

1931 wird die Hauskapelle offiziell Musikkapelle des Katholischen Gesellenvereins. Unsere Aufnahme zeigt in der vorderen Reihe von links: Paul Erlemeier, Oswald Neu, Karl Wadle, Jakob Wind, Heinrich Staut, Alfons Klahm, Alfons Bettinger, Ferdinand Klahm und Oskar Marx. In der mittleren Reihe von links: Hans Huy, Willi Staut, Clemens Deckarm, Alex Müller, Heinrich Weirich, Johann Schaar, Oskar Charrois, Emanuel Würtz, Karl Holweck, Peter Bachmann.In der hinteren Reihe von links: Michael Klam, Albert Braun, Valentin Michaeli, Friedrich Pfeifer und Albert Michely

1931 wird die Hauskapelle offiziell Musikkapelle des Katholischen Gesellenvereins. Unsere Aufnahme zeigt in der vorderen Reihe von links: Paul Erlemeier, Oswald Neu, Karl Wadle, Jakob Wind, Heinrich Staut, Alfons Klahm, Alfons Bettinger, Ferdinand Klahm und Oskar Marx. In der mittleren Reihe von links: Hans Huy, Willi Staut, Clemens Deckarm, Alex Müller, Heinrich Weirich, Johann Schaar, Oskar Charrois, Emanuel Würtz, Karl Holweck, Peter Bachmann.In der hinteren Reihe von links: Michael Klam, Albert Braun, Valentin Michaeli, Friedrich Pfeifer und Albert Michely

Zum Dirigenten wurde Johann Schaar ernannt. Er verlangte Disziplin von seinen Musikern, regelmäßigen Probenbesuch und Einhaltung der Pausen bei Auftritten. Er galt als großer Förderer von jungen Talenten und gab sogar sonntags kostenlosen Musikunterricht.

Um 1932 Die Kapelle des Gesellenvereins bei einem Umzug. Vorne im Bild der Dirigent Johann Schaar

Um 1932 Die Kapelle des Gesellenvereins bei einem Umzug. Vorne im Bild der Dirigent Johann Schaar

Im Januar 1935 geriet der Gesellenverein bedingt durch die Arbeitslosigkeit und Feierschichten seiner Mitglieder in eine finanzielle Schieflage.Folglich mussten Instrumente, Noten und Zubehör an die kirchliche Kultusgemeinde Rohrbach übertragen werden.Unterhaltung und Wartung der Musikinstrumente waren dem Verein nicht mehr möglich.Jedoch konnten die Musiker ihre Instrumente weiter nutzen. Bedingt durch die politischen Zeiten wurde der Katholische Gesellenverein verboten. Die Hauskapelle des Gesellenvereins nannte sich nun Stahlhelmkapelle.

1935 Die Stahlhelmkapelle in der Spieserstraße (Schlawerie) vor dem Wohnhaus ihres Förderers Jakob Oberhauser (rechts im Bild)

1935 Die Stahlhelmkapelle in der Spieserstraße (Schlawerie) vor dem Wohnhaus ihres Förderers Jakob Oberhauser (rechts im Bild)

Seit 1934 bestand bei der Freiwilligen Feuerwehr eine Gruppe aus Pfeifern und Trommlern, die aus dem Musikzug der TG Rohrbach entstanden war. 1937 nach der Saarabstimmung suchte die Feuerwehr den Kontakt zur Kapelle Johann Schaar, worauf dann die Feuerwehrkapelle mit neuen Uniformen (gegenüber der Stahlhelmkapelle) gegründet wurde. Die neue Kapelle gestaltete dann den Kreisfeuerwehrtag in Ensheim mit großem Erfolg.

1937 Die Feuerwehrkapelle aus Rohrbach. Unsere Aufnahme zeigt in der vorderen Reihe von links: Walter Wendel, Georg Schiel, Karl Stolz, Karl Wadle, Oskar Marx, Ferdinand Klahm, Alfons Bettinger, Paul Erlemeier. Mittlere Reihe von links: Peter Bachmann, Willi Staut, Emanuel Würtz, Heinrich Staut, Johann Schaar, Heinrich Weirich, Karl Huwig, Erich Henrich, Josef Wagner. Hintere Reihe von links: Erwin Schaar, Michael Klam, Albert Braun, Alfons Klahm, Heinrich Werle, Fritz Pfeifer, Albert Michely und Josef Schiel

1937 Die Feuerwehrkapelle aus Rohrbach. Unsere Aufnahme zeigt in der vorderen Reihe von links: Walter Wendel, Georg Schiel, Karl Stolz, Karl Wadle, Oskar Marx, Ferdinand Klahm, Alfons Bettinger, Paul Erlemeier. Mittlere Reihe von links: Peter Bachmann, Willi Staut, Emanuel Würtz, Heinrich Staut, Johann Schaar, Heinrich Weirich, Karl Huwig, Erich Henrich, Josef Wagner. Hintere Reihe von links: Erwin Schaar, Michael Klam, Albert Braun, Alfons Klahm, Heinrich Werle, Fritz Pfeifer, Albert Michely und Josef Schiel

1941 Die Feuerwehrkapelle bei einer Beerdigung in der Kirchhofstraße

1941 Die Feuerwehrkapelle bei einer Beerdigung in der Kirchhofstraße

Nach Beendigung de 2. Weltkrieges begann Johann Schaar mit dem Wiederaufbau der Kapelle. Diesmal nannte man sich einfach „Musikkapelle Schaar“. Der größte Teil der Musiker arbeitete bei der Firma Ernst Heckel, sodass die Kapelle gleichzeitig auch Werkskapelle war und jährlich die allseits bekannten Heckel-Waldfeste musikalisch umrahmte.

1948 Musikkapelle Schaar beim ersten Heckel-Waldfest nach dem Krieg in der "Au"

1948 Musikkapelle Schaar beim ersten Heckel-Waldfest nach dem Krieg in der „Au“

1949 Kapelle Schaar beim Festzug "100 Jahre selbständige Gemeinde Rohrbach"

1949 Kapelle Schaar beim Festzug „100 Jahre selbständige Gemeinde Rohrbach“

In den Jahren 1947 bis 1949 führte die Musikkapelle Schaar zusammen mit dem Kirchenchor St.Johannes in der Turnhalle der Pestalozzischule Operetten auf. Auf diese Veranstaltungen wird später in einem gesonderten Artikel eingegangen.

Die Musikkapelle Schaar in den 50er Jahren bei einem Festumzug

Die Musikkapelle Schaar in den 50er Jahren bei einem Festumzug

1959 feiert die Musikkapelle Schaar ihr 30-jähriges Jubiläum in der TG-Turnhalle

1959 feiert die Musikkapelle Schaar ihr 30-jähriges Jubiläum in der TG-Turnhalle

Bis Ende der 60er Jahre sorgte die Musikapelle Schaar bei Festumzügen, Fronleichnamsprozessionen, Waldfesten und sonstigen Veranstaltungen für die musikalische Umrahmung und löste sich letztendlich wegen fehlendem Nachwuchses auf.

Bei kirchlichen Anlässen wie z.B Weißer Sonntag, Fronleichnam und Allerheiligen fehlte nun die musikalische Umrahmung. 1972 hatte Pfarrer Leo Köller die Idee eine Bläsergruppe zu gründen. Am 3.Dezember 1972 fand die offizielle Gründungsversammlung mit 15 Mitgliedern statt. Hans Joachim Stumpf wurde1. Vorsitzender des neugegründeten Musikvereins. Bereits am 3. Januar 1973 trafen sich im Jugendheim 9 Musiker zur ersten Musikprobe. Erster Dirigent wurde Gründungsmitglied Albert Quirin von 1972-1976. Ihm folgten Werner Weißenauer von 1977-1980 und Karl-Heinz Linn von 1980-1995. Seit 1995 ist Carsten Wagner nun Dirigent des Vereins.

1973 Die Bläsergruppe des neugegründeten Musikvereins

1973 Die Bläsergruppe des neugegründeten Musikvereins

1974 Die Bläsergruppe beim Weihnachtsblasen. In der Bildmitte ohne Mütze mit der Posaune Allroundmusiker Norbert Feibel

1974 Die Bläsergruppe beim Weihnachtsblasen. In der Bildmitte ohne Mütze mit der Posaune Allroundmusiker Norbert Feibel

Um 1975 Prominente Zuhörer beim Herbstkonzert in der TG Turnhalle

Um 1975 Prominente Zuhörer beim Herbstkonzert in der TG Turnhalle

Im Jahre 1978 erfolgte der Beitritt zum Bund saarländischer Musikvereine. Gleich bei der ersten Teilnahme an den Wertungsspielen wurde mit dem Dirigenten Karl-Heinz Linn  der 1. Rang mit 114 von 120 möglichen Punkten belegt.

1979 Die jungen Musiker bei einem öffentlichen Auftritt an der Drehscheibe mit ihrem Dirigenten Werner Weißenauer vor dem EDEKA Geschäft Oskar Mann

1979 Die jungen Musiker bei einem öffentlichen Auftritt an der Drehscheibe mit ihrem Dirigenten Werner Weißenauer vor dem EDEKA Geschäft Oskar Mann

Im Jahr 1980 übernimmt Karl-Heinz Linn den Dirigentenstab von Werner Weißenauer

Im Jahr 1980 übernimmt Karl-Heinz Linn den Dirigentenstab von Werner Weißenauer

1983 begann man mit der musikalischen Früherziehung. Mit einer großen Werbekampagne in Kooperation mit der Johannesschule unter dem Motto „Wir sorgen für das Fortleben der Musik in Rohrbach“ gelang es 18 Kinder für eine zweijährige Blockflötenausbildung unter dem Dirigenten Karl-Heinz Linn zu begeistern.

Im Jahre 1992 wurde ein selbstständiges, unabhängiges Jugendorchester gegründet und ein Jahr später nahm man erstmals bei den Wertungsspielen teil.Mit 25 Musikern wurde gleich der 1.Rang mit Auszeichnung belegt.

Der Musikverein im Jahre 1993

Der Musikverein im Jahre 1993

1995 übergibt Karl-Heinz Linn den Dirigenstab an den jungen Carsten Wagner, der vorher das Jugendorchester leitet

1995 übergibt Karl-Heinz Linn den Dirigenstab an den jungen Carsten Wagner, der vorher das Jugendorchester leitet

1997 feiert der Musikverein mit einem Festkommers in der TG Turnhalle sein 25-jähriges Bestehen. Vorsitzender Stefan Abel links im Bild ehrt aktive und passive Mitgliede. Im Hintergrund auf der Bühne die Sänger des Männerchores 1860 Rohrbach

1997 feiert der Musikverein mit einem Festkommers in der TG Turnhalle sein 25-jähriges Bestehen. Vorsitzender Stefan Abel links im Bild ehrt aktive und passive Mitgliede. Im Hintergrund auf der Bühne die Sänger des Männerchores 1860 Rohrbach

Im Jubliläumsjahr 1997 erhielt der Verein für seine hervorragende und nachhaltige  Jugendarbeit den Robert-Klein Preis.

Eine Bilderreise durch 4 Jahrzehnte:

2001 Heiner Wagner mit seinen Schützlingen

2001 Heiner Wagner mit seinen Schützlingen

2002 Die Blockflötengruppe mit ihrem Dirigenten Heiner Wagner

2002 Die Blockflötengruppe mit ihrem Dirigenten Heiner Wagner

2002 Der Musikverein nach einem Kirchenkonzert

2002 Der Musikverein nach einem Kirchenkonzert

2005 Der Musikverein am Weißen Sonntag

2005 Der Musikverein am Weißen Sonntag

2002 Ehrungen beim Musikverein

2002 Ehrungen beim Musikverein

2002 Der Musikverein im Probelokal

2002 Der Musikverein im Probelokal

2009 Der Musikverein bei der Eröffnung des Alt-Rohrbachfestes

2009 Der Musikverein bei der Eröffnung des Alt-Rohrbachfestes

Seit 1999 ist der Verein im Internet online. Bei  www.mvrohrbach.de  erfährt man  alles Wissenswerte über den Verein .

Im Jahre 2000 Kirchenparade anlässlich des Johannesfestes (Gehannsdaa)

Im Jahre 2000 Kirchenparade anlässlich des Johannesfestes (Gehannsdaa)

2000 wurde ein eigenes Schülerorchester gegründet. Bereits ein Jahr später schnitt man bei den Wertungsspielen mit „sehr gutem Erfolg“ ab. 2005 zählte der Musikverein erstmals über 100 Mitglieder.

Daniel Peters, Mitglied des Großen Orchesters komponiert im Jahr 2007 den Rohrbach-Marsch. Den Text hierzu schreibt Uli Meininger. Erstmals wird er beim 28. Alt-Rohrbach-Fest 2007 aufgeführt

Daniel Peters, Mitglied des Großen Orchesters komponiert im Jahr 2007 den Rohrbach-Marsch. Den Text hierzu schreibt Uli Meininger. Erstmals wird er beim 28. Alt-Rohrbach-Fest 2007 aufgeführt

Der Musikverein Rohrbach, der 2012 sein 40-jähriges Bestehen feiert, hat als musikalischer Klangkörper Rohrbachs seinen Platz in der ersten Reihe der kulturtreibenden  Ortsvereine gefunden.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Franz Schaar, Johannes Fettig, Albert Senzig, Josef Backes, Ferdinand Klam, Christoph Recktenwald, Werner Schmitt und Günter Weiland.

5 Gedanken zu “Von Johann Schaar zum Musikverein – Die Geschichte der Rohrbacher Blasmusik

  1. Hallo Karl!
    Habe deinen Eintrag zur Geschichte der Kapelle Schaar
    und deren Nachfolger gelesen.
    Die ganzen Nachkriegsabläufe sind mir noch in bester Erinnerung
    und mit meiner Jugendzeit sehr verbunden.
    Schön, dieses ganze nochmals bildlich zu verfolgen.
    Vielen Dank für dein Bemühen.
    Gruß Günter

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  2. Prima, das habe ich alles so am Rande mitgekriegt in jungen Jahren, weil zwei von meinen Onkels aktiv spielten. Danke

    Klothilde Haselmaier

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  3. Sehr guter Beitrag !!!
    Ich kann mich auch noch an vieles erinnern, was mit
    der Kapelle Schaar der Nachkriegszeit zusammenhängt .
    Begleitung bei Beisetzungen zum Friedhof / Waldfest Heckel /
    Konzert unter den Kastanien Gasthaus Schaar.
    Da steckt mal wieder viel Arbeit drin, das sieht man.
    Guter Beitrag Gruß Horst .

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  4. Hallo Karl!

    Die Musikkapelle Schaar, wie ich sie kannte, war immer anwesend wenn irgendwo eine Festigkeit stattgefunden hatte. Kann mich noch sehr gut an die Fronleichnamsumzüge erinnern.
    Man kann ersehen, dass dieser Beitrag eine grosse Leistung erforderte. Well Done! *****

    Else Bens
    Ottawa, Canada

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