Jörg Jacob (1965-2006) – Initiator und Organisator des 1. St. Ingberter Jazzfestivals 1987

Jörg Jacob (1965-2006)

Jörg Jacob (1965-2006)

Das 25. Internationale Jazzfestival St. Ingbert ist gerade zu Ende gegangen. Über 3300 Besucher erlebten an 5 Tagen wieder einen interessanten Querschnitt durch die aktuelle Jazzszene. Oberbürgermeister Jung würdigte in seiner Eröffnungsrede die Verdienste des 2006 verstorbenen Jörg Jacob aus dem Stadtteil Rohrbach.

 Anlässlich des 25. Jazz-Festivals erscheinen Freunde und die gesamte Familie von Jörg Jacob. Unser Foto zeigt von links: Frank Jacob (Bruder), Razoul Engel, Christian Tussing (Schwager), Wolfgang Kraus, Claudia Tussing (Schwester), Elfriede Jacob (Mutter), Gregor Weber (Schauspieler) und Heinz Jacob (Vater) 1986 waren einige junge Jazzenthusiasten auf die Idee gekommen, im

Anlässlich des 25. Jazz-Festivals erscheinen Freunde und die gesamte Familie von Jörg Jacob. Unser Foto zeigt von links: Frank Jacob (Bruder), Razoul Engel, Christian Tussing (Schwager), Wolfgang Kraus, Claudia Tussing (Schwester), Elfriede Jacob (Mutter), Gregor Weber (Schauspieler) und Heinz Jacob (Vater)
1986 waren einige junge Jazzenthusiasten auf die Idee gekommen, im

1986 waren einige junge Jazzenthusiasten auf die Idee gekommen, im JuZ und im damaligen Café K in St. Ingbert ein zweitägiges Festival zu organisieren. Jörg Jacob, Pianist der Band „Jampagner“ und Roul“Junior & The Bon Tonet“ und die übrigen Bandmitglieder suchten nach einer Möglichkeit in einem größeren Rahmen aufzutreten.

Für das kommende Jahr plante man ein zweitägiges Jazzfestival im JuZ und Café K. Ziel war es, dass sich saarländische Musiker und Bands im Rahmen dieses Festivals präsentieren konnten. Für den 1. Konzertabend im JuZ waren 4 verschiedene Musikgruppen ausgewählt worden.

„Balancado“ ursprünglich ein Gitarrenduo, hatte sich zu einem Quartett erweitert und eröffnete mit swingenden Rhythmen den Abend. Als nächste Gruppe trat ein Vocalquartett mit dem Namen „Major 7“ auf. Bandleader Frank Nimsgern, Gitarrist und Pianist leitete die nachfolgende Band. Posaunist Jan Kamp und Frank Nimsgern setzten die musikalischen Schwerpunkte.

Kommentar der SZ von damals: Das Publikum war Feuer und Flamme für diesen musikalischen Flächenbrand, so dass die Band erst nach mehreren Zugaben von der Bühne konnte.

Den Abschluss des 1. Tages machte die Formation "Amby, Arno und Freinds". Der Percussionist und Drummer "amby" schilo, der Gitarrist Arno Wilhelm und der jetzt in Berlin lebende Trompeter Mathias Harig sind heute noch in der Musikszene aktiv. Der damalige Bassist Herbert Jagst ist vor einigen Jahren verstorben.

Den Abschluss des 1. Tages machte die Formation „Amby, Arno und Freinds“. Der Percussionist und Drummer „amby“ schilo, der Gitarrist Arno Wilhelm und der jetzt in Berlin lebende Trompeter Mathias Harig sind heute noch in der Musikszene aktiv. Der damalige Bassist Herbert Jagst ist vor einigen Jahren verstorben.

Kommentar der SZ von damals: Das Publikum war Feuer und Flamme für diesen musikalischen Flächenbrand, so dass die Band erst nach mehreren Zugaben von der Bühne konnte.

Den zweiten Abend eröffnet die Band "Jampagner" mit Jazzstandards. Das Quartett besteht aus Jörg Jacob am Klavier, Heinz Russie (Gitarre), Patric Grund (Bass) und Dominik Lang (Schlagzeug)

Den zweiten Abend eröffnet die Band „Jampagner“ mit Jazzstandards. Das Quartett besteht aus Jörg Jacob am Klavier, Heinz Russie (Gitarre), Patric Grund (Bass) und Dominik Lang (Schlagzeug)

Claus Krisch, Pianist und Musiklehrer aus Saarlouis und der Schlagzeuger Hans Mittermüller sorgen mit schnellen Bebop-Rhythmen für eine weitere Steigerung auf der Bühne

Claus Krisch, Pianist und Musiklehrer aus Saarlouis und der Schlagzeuger Hans Mittermüller sorgen mit schnellen Bebop-Rhythmen für eine weitere Steigerung auf der Bühne

Das Duo Heiner Franz und Ralf Rothkegel

Das Duo Heiner Franz und Ralf Rothkegel

Die Bigband „Jamfriends“ unter dem Bandleader und Trompeter Dieter Oldenburg machte den Abschluss dieses 1. Festivals in St. Ingbert.Ein begeisterungsfähiges Publikum, hochkarätige Musik und zufriedene Veranstalter schrieb die Saarbrücker Zeitung.

1988 Bassist Günter Lenz und Saxofonist Heinz Sauer

1988 Bassist Günter Lenz und Saxofonist Heinz Sauer

Angespornt durch den Erfolg des 1. Jazzfestivals haben Jörg Jacob und seine Mitstreiter auch die nächsten Festivals organisiert. Das dreitätige Festival 1988 fand wiederum im JuZ statt. Diesmal hatte Jörg Jacob schon internationale Jazzstars wie Tomasz Stanko, Heinz Sauer und das Engstfeld-Plümer-Weiss Trio eingeladen.

Aus Platzgründen und wegen schlechter Akustik im JuZ wurde das 3. Jazzfestival 1989 mit Unterstützung der Verwaltung in die St. Ingberter Stadthalle verlegt. Auch hier musizierten wieder namhafte Jazzmusiker aus dem In-und Ausland.

1989 Albert Mangelsdorff

1989 Albert Mangelsdorff

1989 Der Saxofonist E.L. Petrowsky

1989 Der Saxofonist E.L. Petrowsky

Der italienische Trompeter Enrico Rava, ein Trompeter aus Japan, der Saxofonist E. L. Petrowsky aus der damaligen DDR, der Posaunist Albert Mangelsdorff und das Manfred-Schoof-Quartett gehörten zu den musikalischen Höhepunkte der beiden Abende.

Der damalige OB Brandenburg begrüßte insbesondere, dass die St. Ingberter Jazzinitiative von den jugendlichen Organisatoren um Jörg Jacob ihren Ursprung nahm.

Das Kulturamt der Stadt und der Saarpfalzkreis gaben Hilfestellung bei der Beschaffung finanzieller Mittel.

Damit war das St. Ingberter Jazzfestival erwachsen geworden und wurde ein überregional beachtetes Musikereignis.

Jörg Jacob organisierte und leitete auch das 4. Internationale Jazzfestival 1990. Im Kulturamt der Stadt stand für diese Aufgabe keine Arbeitskapazität zur Verfügung. Aus diesem Grund strebte die Arbeitsgemeinschaft und die Stadt St. Ingbert an, das 4. Festival durch den bisherigen Leiter Jörg Jacob erstmals auf Honorarbasis vorbereiten und durchführen zu lassen. Studenten der Saarbrücker Kunsthochschule unter Prof. Heinrich Popp entwarfen als Semesterarbeit Plakat und Programmheft zum zweitägigen Festival. Die Finanzierung übernahm das Kulturamt der Stadt St. Ingbert. Jörg Jacob trat nach Ende des Festivals als künstlerischer Leiter zurück.

Von 1991 bis 1998 waren Klemens Bott, Michael Krächan und Franz-Josef Zimmer für die Leitung des Festivals verantwortlich. Ab 1999 übernahm der Jazz-Redakteur des SR, Dr. Peter Kleis, die künstlerische Leitung.

Nach 25 Jahren ist aus einer Idee und dem Engagement von Jörg Jacob und seinen Freunden das Jazzfestival ein fester Bestandteil des St. Ingberter Kulturlebens geworden. Überregional ist es zu einem Kulturereignis von internationalem Rang geworden. Seit 2009 wird durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender in Europa ein Abend live auf dem gesamten Kontinent übertragen.

Dieser Artikel wurde verfasst von Walter Gehring im März 2011

1993 Der weltbekannte Jazzmusiker Lionel Hampton bei einem Konzert in Saarbrücken mit Walter Gehring

1993 Der weltbekannte Jazzmusiker Lionel Hampton bei einem Konzert in Saarbrücken mit Walter Gehring

Walter Gehring hat bei seinen zahlreichen Besuchen von Jazzkonzerten eine reichhaltige Fotosammlung zusammengetragen, die unter der Webseite www.saarlorluxjazz.de und auf seiner persönlichen Webseite  www.jazzoptisch.de zu sehen ist.

 

8 Gedanken zu “Jörg Jacob (1965-2006) – Initiator und Organisator des 1. St. Ingberter Jazzfestivals 1987

  1. Lieber Herr Abel, lieber Walter! Es macht mir große Freude euren Bericht zu lesen.Ihr habt meinem lieben Bruder Jörg Raum gegeben um weiterzuleben. Für ihn war es so traurig vergessen zu sein.Er war ein außergewöhnlicher Mensch, der trotz vieler Widrigkeiten sein Ziel immer vor Augen hatte und sich nicht beirren lies und darauf war er auch stolz. In der verwundbarsten Zeit seines Lebens,nämlich vom jugendlichen Sein zum Erwachsen werden, hat er diese lebensprägende Erfahrung machen müssen, dass junge Menschen einfach oft nur benutzt werden und dass sie selbst und die Sache nebensächlich sind.
    Für mich war er einer der eindrücklichsten Personen in meinem Leben. Ich werde ihn nie vergessen und euch zwei danke ich von ganzen Herzen! Claudia Tussing

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  2. Wer noch mehr zu Jörg lesen möchte, sollte den lyrischen Text von Karin Klee und den Bericht von Gregor Weber lesen.
    Liebe Grüße Claudia

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  3. Lieber Kollege, herzlichen Dank für diesen wunderbaren historischen Abriss des internationalen Jazzfestivals St. Ingbert Claudia Tussing hatte mir Ihre Webside gemailt und ich bin sehr froh, dass sie das gemacht hat. Manchmal fühle ich mich mit dem Engagemet zur Weiterführung des Festivals etwas alleine. Wie gut, dass dieser Eindruck eine Täuschung ist. Ihnen also Dank für die Korrektur meiner schrägen Optik.
    Herzlichst Ihr
    Peter Kleiß

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  4. Lieber Karl, lieber Herr Gehring,

    ganz herzlichen Dank für diese wunderbare Hommage an einen außergewöhnlichen Menschen!

    Ich hatte die Freude, Jörg im Rahmen der ersten Festivals kennen zu lernen. Und ich war tief beeindruckt von seiner Fachkenntnis, seinem enormen Engagement und seinem Mut, sich als damals noch so junger Mensch an die Big Shots der Szene heranzutrauen. Außerdem hatte er ein perfektes Gespür für das Potenzial junger Talente aus der Region, von denen einige heute selbst berühmt sind.

    Obwohl wir uns danach aus den Augen verloren hatten, war immer klar, dass das St. Ingberter Festival ohne seine Initialzündung niemals zu dem Großereignis hätte werden können, das es heute ist.

    Sein allzu früher Tod hat mich wie viele andere schockiert. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass man zum 25. Jazzfestival seiner gedacht hat.

    Ganz herzlichen Dank dafür, dass Ihr Jörg Jacob nun mit diesem schönen Beitrag ein würdiges Denkmal im Netz gesetzt habt! Das hat er mehr als verdient.

    Wolfgang Wirtz-Nentwig
    Rohrbacher Saarbrücker

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  5. Hallo Herr Abel,

    meine Schwägerin Claudia Tussing hat mir ne Mail mit dem Link auf Ihre Homepage, insbesondere dem Gedenken an Ihren Bruder Jörg, gesendet. Es tut der Familie sehr gut, dass Jörg posthum für seine Verdienste um das St. Ingberter Jazzfestival solche Anerkennung mit dem Beitrag auf Ihrer Seite in seinem Heimatort zuteil wird. Wenn jemand so früh gehen muss, ist es schön, daran erinnert zu werden, dass er schon in jungen Jahren etwas Außergewöhnliches bewirkt hat.
    Ansonsten kann ich Sie nur bestärken, den Menschen die Geschichte des Ortes (v.a.auch die Nostalgische) zu präsentieren.
    In EE hat sich gerade aktuell eine AG Dorfgeschichte aufgestellt, um Geschichten und Fakten aus dem Dorf für die nachfolgenden Generationen zu sichern, bevor sie unwiderbringlich vergessen sind.

    Mit freundlichen Grüßen Gerd Tussing

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  6. Liebe Claudia,
    ich bin ja riesig froh, dass durch deine Initiative einige Ereignisse in meinem Kopf zurechtgerückt wurden. Um 1985 schrieb Jörg in einer SZ-Kolumne:“Musiker aus der Region“ einen Artikel über meine damalige Saarbrücker Band „EARL“, dies war gleichzeitig der erste Bandreport über eine meiner Bands. Wir trafen uns vorher und unterhielten uns einen ganzen Vormittag, wo er mir von einer Planung eines Jazzfestivals im damaligen JUZ erzählte.
    Dass daraus so ein Hammerfestival mit weltbekannten Künstlern wird, hätten viele, auch ich, damals nie für möglich gehalten, erst recht nicht in St. Ingbert.
    Saarbrücken hat es eigentlich bis heute nicht hingekriegt. Allein aus diesem Grunde, und dass ich Jörg als sehr besonnenen und künstlerisch immer weitblickenden Menschen kennengelernt habe, werde ich ihn nie vergessen.

    Georg Dusemond
    Musiker der schlagenden Zunft

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  7. Lieber Herr Gehring, lieber Herr Abel,

    welch schöne Erinnerungen! Tolle Seite!

    Ich hatte das riesige Vergnügen, mit der Gruppe Balancado als erstes beim 1. St. Ingberter Jazzfestival spielen zu dürfen (mit auf der Bühne waren damals Jürgen Schirra, Kurt Landry und Günther Weber).

    Erst vor ein paar Monaten war ich mit meiner 7-jährigen Tochter in der Kinowerkstatt gewesen (an der alten Wirkungsstätte also). In diesem urigen Saal habe ich mich an jenen Festival-Abend vor 24 Jahren zurück erinnert. Ein wohliges Gefühl überkam mich. Und jetzt sehe ich erstmals Fotos von damals.

    Auch erinnere ich mich sehr gerne an Jörg. Wir lernten uns beim Zivildienst kennen, Mitte der 80er Jahre. Ich habe so wahnsinnig viel mit Jörg gelacht. Sein Humor war sehr hintergründig, schräg und karikativ. Und genauso gut konnte er nachdenklich und ernsthaft sein. Ich verdanke ihm so einiges.

    Großen Dank auch an seine Schwester Claudia, die durch ihr tiefes Gefühl zu ihrem verstorbenen Bruder uns an so vielem Vergangenen und immer noch Lebendigen teilhaben lässt.

    Herzliche Grüße
    Armin Wagner

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  8. Liebe Claudia, lieber Karl,
    unvergessen ist mir der Abend, als ich Jörg im St. Ingberter JUZ zum ersten Mal an seinem Instrument sah. So viel Begeisterung, Freude und Kraft strahlte er aus, dass ich den Moment bis heute nicht vergessen habe. Wir haben uns später nur noch wenige Male getroffen, aber ich bin sicher, Jörg war der wunderbare und wertvolle Mensch, den Gregor Weber in seinem so lesenswerten Porträt beschrieben hat.
    Jörg, wenn es eine Band da oben gibt, sollen sie dir den Platz geben, den du hier unten bis heute verdient hast. Schön dass es dich gab! Du hast die Welt reicher gemacht!

    Martin Bettinger

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