Gerne hätte die kleine Sandra, wie ihr großer Bruder Andreas Fußball gespielt. Doch beim SV Rohrbach gab es im Jahr 1986 keine Mädchen-Fußballmannschaft.
Als man ihre Grundschnelligkeit erkannte, gab man ihr den Tipp, es doch mal in der Leichtathletik zu versuchen. Doch auch diese Sportart wurde in Rohrbach von keinem sporttreibenden Verein angeboten.

So landete Sandra notgedrungen in der Leichtathletikabteilung des TV Kirkel. Ihr Trainer in Kirkel wurde Bernd Kienert, der Sandras Mehrkampftalent bald erkannte. Ihren ersten Dreikampf bestritt die 9-jährige Sandra am 17. Juni 1986 in Bierbach, wo sie auf Anhieb ihren ersten Sieg errang.

Fortan eilte die junge Sandra von Sieg zu Sieg und gewann zahlreiche Schülermeistertitel im Saarpfalzkreis und stellte dabei Rekorde auf, die größtenteils heute, fast nach mehr als 35 Jahren noch Bestand haben. Ab 1989 gehörte sie zu den Kaderathletinnen des Saarländischen Leichtathletikbundes.

Ehrungen: Oben beim TV Kirkel durch den Kirkeler Bürgermeister Arno Hussong (links)., Sandra in der Bildmitte. Darunter durch den St. Ingberter Oberbürgermeister Dr. Winfried Brandenburg und daneben durch den Ortsvorsteher von Rohrbach, Bodo Schiehl
1988 tauchte Sandras Name erstmals in der Jahres-Bestenliste des Saarländischen Leichtathletikbundes in der Altersklasse Schülerinnen W 11 auf. Sie führte die Bestenliste über 50 m in 7,38 sec. und im Dreikampf mit 3093 Punkten an.
Ihr erstes großes, erfolgreiches Jahr sollte 1990 werden. Mittlerweile war Sandra auch in den Kader des Saarländischen Leichtathletikbundes aufgenommen worden und trainierte nun zusätzlich zum Vereinstraining beim TV Kirkel zweimal in der Woche am Olympiastützpunkt Saarbrücken unter der Leitung des damaligen Verbandstrainers und heutigem Bundestrainer Ulli Knapp.
So errang Sandra in dieser Saison in ihrer Altersklasse Schülerinnen W 13 allein sieben Saarlandmeistertitel neben zahlreichen Kreismeistertitel im Saarpfalzkreis.

Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere sollte jedoch der 7. Juli 1990 werden. In Bietigheim-Bissingen gewann die 13-jährige Sandra Abel unter 35 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland den Deutschen Meistertitel im Vierkampf der Altersklasse Schülerinnen W 13 mit neuem Saarlandrekord von 3849 Punkten.

Zum ersten Mal Deutsche Schülermeisterin W13 in Bietigheim-Bissingen. Unten mit Landestrainer Ulli Knapp und ihrer Heimtrainerin Karin Becker.

Bei den Deutschen Meisterschaften im August 1990 belegte Sandra im Blockmehrkampf Sprint/Sprung den vierten Platz.
Zu Beginn der Saison 1991 vollzog Sandra einen Vereinswechsel. Sie startete nun für die DJK Erbach. Das Jahr 1991 sollte noch erfolgreicher als das Jahr zuvor werden. Insgesamt errang sie zwei deutsche Meistertitel im „Vierkampf“ in Wesel und im „Blockmehrkampf Sprint/Sprung“ in Illertissen. Zusätzlich gewann sie sechsmal den Titel einer Saarlandmeisterin in der Altersklasse Schülerinnen W 14.

Die DLV-Fachzeitschrift Leichtathletik vom 11. Juli 1991
Ihren ersten Deutschen Meistertitel im Trikot ihres neuen Vereins DJK Erbach gewann Sandra Abel in Wesel mit den Leistungen
- 9,72 sec. im 75 m Lauf
- 5,28 m im Weitsprung,
- 1,56 m im Hochsprung und
- die Kugel stieß sie 10,93 m weit.
Die Punktzahl von 4111 Punkten bedeutete abermals saarländischen Rekord. Dabei schlug sie erstmals nach der Wiedervereinigung Deutschlands, die komplette deutsche Konkurrenz, auch aus der ehemaligen DDR.

Am 06. Juli 1991 hatte Sandra wieder die Nase vorn

08. Juli 1991: Fernsehinterview beim Saarländischen Rundfunk. Auf dem Foto von links: Sprinter Gerald Aust (SV Saar 05), Karlheinz Roland (Saarländischer Rundfunk), Sandra Abel (DJK Erbach) und SLB Trainer Ulli Knapp

Glückwünsche
Fünf Wochen später, am 11. August war Sandra Abel in Illertissen im Allgäu im Blockmehrkampf Sprint/Sprung erneut siegreich und krönte die erfolgreiche Freiluftsaison mit dem zweiten Deutschen Meistertitel. Mit 5175 Punkten gewann sie abermals die Goldmedaille.
Dabei lag Sandra nach der ersten Disziplin, dem 80 m Hürdenlauf, unter 24 Teilnehmerinnen fast hoffnungslos auf dem vorletzten Platz. Doch dann erwachte ihr Kämpferherz und mit jeder Disziplin arbeitete sich weiter vor. Vor der letzten Disziplin, dem Speerwerfen, lag Sandra noch auf dem 6. Platz. Doch dann wuchs sie förmlich über sich hinaus, schleuderte den Speer auf 40,02 m und deklassierte die bis dahin führende Bettina Häuser aus Landshut um 13 m.
Damit war der zweite Meistertitel innerhalb von fünf Wochen perfekt. Bei diesem Wettkampf landete Bianca Kappler, die später als Weitspringerin im aktiven Bereich sehr erfolgreich war und für den saarländischen Spitzenclub LC Rehlingen startete, auf dem 8. Platz.

Sandra wieder ganz oben. Der zweite deutsche Meistertitel war perfekt

Die Saarbrücker Zeitung berichtet im Juli 1991

Sommer 1991 Trainingsgruppe am Olympiastützpunkt Saarbrücken. Auf dem Foto stehend von links: SLB Trainer Ulli Knapp, Michael Hessek, Boris Henry (heute Obergföll) und Jan Becker. Sitzend von links: Shanta Ghosh, Michael Bernd und Sandra Abel

1991 Meisterehrung des Saarländischen Leichtathletikbundes. Auf dem Foto oben links: Roland Ramm, Michael Hessek, Boris Henry (heute Obergföll), Shanta Ghosh, Trainer Ulli Knapp, Sandra Abel und ihr späterer Ehemann Andreas (Andi) Ruth

Im Februar 1992 nahm Sandra erstmals als B-Jugendliche an den Deutschen Hallenmeisterschaften der Jugend in Hanau teil. Dabei erreichte sie auf Anhieb den Zwischenlauf und wurde Zweite hinter der späteren Deutschen Meisterin Silke Lichtenhagen (LG Bayer Leverkusen) in persönlicher Bestzeit von 7,77 sec und verpasste das B-Finale nur um 0,02 sec.
Nachdem die Saison 1992 so verheißungsvoll begann, erkrankte Sandra zu Beginn der Freiluftsaison an Masern und konnte fast die ganze Saison nicht ihre gewohnten Leistungen abrufen. Ende des Jahres wurde sie aus dem Förderkader des SLB gestrichen, weil sie aufgrund der Erkrankung nicht ihre gewohnten Leistungen bringen konnte.
Im August 1992 startete sie erstmals nach ihrer Erkrankung bei den Deutschen Blockmehrkampfmeisterschaften in Salzgitter. Schon nach der ersten Disziplin, dem 80 m Hürdenlauf, wurde sie disqualifiziert. Sie beendete zwar den Wettkampf außer Konkurrenz, wurde aber nicht in die Wertung genommen. Es sollte ihr letzter Mehrkampf gewesen sein. Wegen ihrer andauernden Schwäche im Hürdenlauf, wandte sie sich ihrer Lieblingsdisziplin, dem Sprint, zu.
Die Saison 1993 sollte für Sandra den Erfolg wieder zurückbringen. Gleich zu Beginn des Jahres siegte sie bei den Saarländischen Hallenmeisterschaften in Saarbrücken und Mannheim in der Altersklasse Weibliche Jugend A über 60 m in 7,75 sec und über 200 m in 25,38 sec.
Bei den Saarländischen Freiluft-Meisterschaften startete Sandra erstmals im Langsprint über 300 m und siegte auf Anhieb in 40,31 sec. und qualifizierte sich damit für die Deutschen Jugendmeisterschaften in Dortmund.
Doch zunächst startete sie für ihren Verein DJK Erbach beim 12. DJK-Bundesportfest in Bamberg und gewann dort den Meistertitel über 300 m.

Mai 1993: Sandra Abel gewinnt beim DJK-Bundessportfest in Bamberg den Meistertitel über 300 m
Nach den Deutschen Jugendmeisterschaften in Dortmund bekam Sandra ihre erste Berufung in den Nationalkader des DLV. Beim Länderkampf am 17. Juli 1993 in Neubrandenburg gegen Frankreich lief Sandra in der 4×400 m Staffel an dritter Position.

03. Juli 1993: Sandra Abel gewinnt bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Stadion Rote Erde in Dortmund über 300 m die Bronzemedaille. Von links: Claudia Marx (2. ), die Siegerin Ilka Landsiedel und Sandra Abel

17. Juli 1993: Sandra Abel erstmals im deutschen Nationaldress beim Länderkampf in Neubrandenburg gegen Frankreich. Mit auf dem Foto ihre Staffelkameradin Nancy Kette aus Erfurt
Die Saison 1994 begann erneut erfolgversprechend. Bei den Saarländischen Hallenmeisterschaften gewann Sandra bei der Weiblichen Jugend A den Titel über 60 m in 7,65 sec. Über 200 m belegte sie hinter Shanta Ghosh den zweiten Platz.
Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen qualifizierte sich Sandra für den B-Endlauf über 60 m, verzichtete jedoch auf einen Start um sich für den B-Endlauf über 200 m zu schonen, wo sie sich größere Chancen ausrechnete. Das Pokern lohnte sich. Sie gewann den B-Endlauf in 24,82 sec. und wurde insgesamt Fünfte. Shanta Ghosh gewann den A-Endlauf und wurde Deutsche Meisterin.

13. Februar 1994: Sandra Abel (rechts im Bild) gewinnt bei den Deutschen Jugendhallenmeisterschaften im Glaspalast von Sindelfingen den 200 m B-Endlauf und wird insgesamt, hinter der siegreichen Shanta Ghosh (links im Bild), Fünfte.

Ihren bisherigen Höhepunkt erlebte Sandra dann im Anschluss an die Deutschen Jugendmeisterschaften. Sie wurde zum Hallenländerkampf am 19. Februar 1994 in Moskau eingeladen und startete dort in der olympischen Staffel (100/200/300/400 m) und gewann mit der deutschen Staffel.

1994 Das deutsche Team beim Länderkampf in Moskau. Sandra Abel in der vorderen Reihe kniend die 9. von links
Zum Ende der Hallensaison 1994 belegte Sandra Abel in der Jugend-Hallenbestenliste des Deutschen Leichtathletikverbandes bei der Weiblichen Jugend über 60 m den 10. Platz und über 200 m den 5. Platz.
Beim Pokal der Freundschaft am 22. Mai 1994 war Sandra die erfolgreichste Punktesammlerin für das saarländische Team.

Auf dem Foto oben links, Sandra mit ihrem Trainer Ulli Knapp, daneben die saarländischen Asse in der Jugend-Leichtathletik Janine Flick, Saskia Nicola Michael Hessek und Sandra Abel. Unten rechts die siegreiche 4×100 m Staffel Janine Flick-Saskia Nicola-Sandra Abel-Stephanie Hort

Im September 1994 nahm Sandra mit der Leichtathletikmannschaft des Albertus Magnus-Gymnasium in St. Ingbert an dem Nachwuchswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ im Berliner Olympiastadion teil. Eine besondere Ehre wurde ihr zuteil. Als Vertreterin der saarländischen Teilnehmer durfte sie am Festbankett im Hotel Estrel mit dem Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und der Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth teilnehmen.


September 1994 – Die Sportler und Sportlerinnen des Albertus Magnus Gymnasiums in St. Ingbert mit ihren Trainern und Betreuern im Berliner Olympiastadion. Sandra Abel mit Startnummer 144

Am Jahresende ihrer bisher, erfolgreichsten Saison (1994) stand Sandra dreimal in der saarländischen Bestenliste der Weiblichen Jugend B auf Rang eins. Über 100 m in 12,15 sec., 200 m in 24,60 sec. und über 300 m in 40,33 sec.
Für die neue Saison 1995 hatte sich Sandra das Ziel gesetzt, über 100 m die persönliche Schallmauer von 12,00 Sekunden zu durchbrechen.
Sandra Abel nahm in der Hallensaison 1994-95 erstmals am bundesweiten „IBM Sprintcup“ teil – einem Sprintdreikampf für Nachwuchssprinter über 30 m aus dem Startblock, 30 m fliegend und 60 m aus dem Startblock. In vier verschieden Regionen Deutschlands qualifizierten sich die Besten für ein Finale. Sandra gewann die Vorentscheidung für den Bereich Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz. Auch beim Bundesfinale am 5. Februar 1995 in Hanau war Sandra nicht zu bezwingen. Sie sicherte sich die Gesamtprämie des Sponsors IBM in Höhe von 1200 DM.

Sandra Abel Siegerin des IBM-Sprintcups Gruppe Süd.

Die Sieger des IBM-Sprintcups in Deutschland der Hallensaison 1994-95 mit Bundestrainer Winfried Vonstein und DLV Sportwart Rüdiger Nickel. Sandra Abel, Siegerin bei der Weiblichen Jugend B.
Bei den Deutschen Hallen-Jugendmeisterschaften in Hanau erreichte Sandra über 60 m und 200 m jeweils den A-Endlauf und gewann in beiden Rennen die Bronzemedaille. Über 60 m lief sie 7,58 sec. und über 200 m 24,44 sec.
Nach den Deutschen Hallenmeisterschaften erhielt Sandra erneut eine Einladung zu einem Länderkampf, diesmal zum Dreiländerkampf am 25. Februar 1995 in Erfurt gegen Russland und Großbritannien. Hier sollte sie erneut für Furore sorgen: sie bezwang innerhalb einer halben Stunde zweimal die besten russischen und britischen Nachwuchssprinterinnen.





Sandra im Juni 1995 beim Länderkampf gegen Polen und Russland über die 100 m

Sandra beim Länderkampf in Mannheim im Gespräch mit ihrem Trainer Ulli Knapp
Juniorenweltbestzeit der deutschen 4×100 m Staffel mit Sandra Abel



Juni 1995 Interview mit dem Sportreporter vom Saarländischen Rundfunk Georg Gitzinger (rechts im Bild). Neben Sandra Abel steht Shanta Ghosh
Sponsoren ließen Sandra Abel nicht im Stich


Bei der 1995 erstmals durchgeführten Wahl „Sportler des Jahres“ im Saarland landete Sandra Abel bei den Frauen auf dem dritten Platz .
Ende des Jahres führte Sandra Abel die SLB-Bestenliste bei der Weiblichen Jugend A über 100 m mit 11,95 sec und über 200 m mit 24,82 sec. an.
In der DLV-Bestenliste 1995 stand Sandra über 100 m an 9. Stelle.
Die Wettkampfsaison 1996 sollte für Sandra jedoch noch erfolgreicher werden als 1995. Gleich zu Beginn gewann sie in Hanau den Vorentscheid des IBM-Sprintcups und qualifizierte sich damit für das Finale in Karlsruhe.

13. Januar 1996: Sandra Abel gewinnt den hessischen IBM-Sprintcup. Eine Vertreterin der Firma IBM überreicht den Siegerscheck. Links daneben auf dem Foto die Deutsche Jugendmeisterin im 60 m Lauf Gabriele Becker
Bei den Saarländischen Hallenmeisterschaften am 27./28. Januar 1996 in Saarbrücken und Mannheim gewann Sandra drei Einzeltitel. Über 60 m in 7,57 sec, über 200 m 24,63 sec und im Weitsprung mit 5,84 m sicherte sie sich den Meistertitel. Außerdem lief sie mit der 4×200 m Staffel der LG DJK Erbach-SG St. Ingbert auch als Erste ins Ziel.

Beim Bundesfinale, des zum 10.Mal ausgetragenen IBM-Sprintcups, am 10. Februar in der Europahalle in Karlsruhe, war Sandra Abel nach dem Vorjahreserfolg zum zweiten Mal erfolgreich. Insgesamt nahmen im Jubiläumsjahr 2934 Jugendliche bundesweit an diesem Wettbewerb teil.

10. Februar 1996 Melanie Paschke, die damals schnellste Frau Deutschlands, gratuliert Sandra Abel zum erneuten IBM – Sprintcupsieg

1996 Sandra wird nach ihrem IBM – Sprintcupsieg vom Deutschen Sportfernsehen (DSF) interviewt
Der Monat Februar 1996 verlief für Sandra ziemlich stressig.
Nur acht Tage nach ihrem Sieg im IBM -Sprintcup ging sie in Dortmund bei den Deutschen Hallen – Jugendmeisterschaften über 60 m und 200 man den Start. Nach einer Superzeit im 60 m Zwischenlauf in 7,47 sec. galt sie für viele als Geheimfavoritin auf den Sieg. Nach einem schwachen Start wurde sie dann in 7,54 sec. allerdings nur Vierte. Im anschließenden 200 m Endlauf führte Sandra bis kurz vor dem Ziel und wurde buchstäblich im letzten Augenblick von der Wattenscheiderin Monika Gosciniak noch abgefangen, sodass ihr am Schluss nur der Vizemeistertitel blieb.

1996 Freudestrahlend zeigt Sandra Abel nach der Siegerehrung über 200 m bei den Deutschen Hallen-Jugendmeisterschaften in Dortmund dem bekannten, deutschen Sportfotografen Gustav Schröder ihre Silbermedaille. Rechts neben Sandra die Siegerin Monika Gosciniak und Claudia Marx. Unten ihre Heimtrainerin Karin Becker
Wiederum eine Woche nach den Deutschen Hallen-Jugendmeisterschaften in Dortmund startete Sandra bei den Deutschen Hallenmeisterschaften der Aktiven in Karlsruhe.
Über 60 m schied Sandra im Zwischenlauf als Dritte hinter den nationalen Spitzensprinterinnen Bettina Zipp und Andrea Philipp in für sie sehr guten 7,57 sec aus.

25. Februar 1996 : Sandra Abel bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe beim Start im 60 m Vorlauf der Frauen
Über 200 m erreichte sie mit 24,28 sec. im Zeitvorlauf hinter Birgit Rockmeier die fünftbeste Vorlaufzeit und qualifizierte sich als Jugendliche für den B-Endlauf der Aktiven. Dort belegte sie in 24,33 sec den dritten Platz und wurde insgesamt siebte. Ein wahrlich großer Erfolg für die jugendliche Sandra.
Zum Abschluss der Hallensaison 1996 war Sandra noch einmal beim U 19 Länderkampf im französischen Lievin gegen Frankreich, Italien und Großbritannien im Einsatz.

Am 01./02. Juni standen in St. Wendel die Saarländischen Titelkämpfe auf dem Programm. Als Jugendliche startete Sandra bei den Frauen um bei stärkerer Konkurrenz bessere Leistungen zu erzielen. Dies sollte auch so eintreten. Hinter Shanta Ghosh, die über 100 m den 10 Jahre alten Saarrekord auf 11,68 sec verbesserte, lief Sandra sehr gute 11,98 sec.

1966 im Juni: Saarländische Meisterschaften der Aktiven in St. Wendel: Auf dem Foto unten links: Landestrainer Ulli Knapp mit seinen Schützlingen Sandra Abel, Stephanie Hort und Shanta Ghosh. Rechts: Karin Becker mit Sandra Abel und Shanta Ghosh
Sandra verbesserte dann im 200 m Finale, hinter der in 23,60 sec. neuen Saarrekord laufenden Shanta Ghosh, den Jugendrekord von Shanta um 0,33 sec, auf sehr gute 24,07 sec.
Dieser Jugendrekord hatte bis ins Jahr 2014 Bestand, ehe Laura Müller ihn auf 23,63 sec. verbesserte.
Eine Woche später wurde Sandra Abel bei den Saarländischen Jugendmeisterschaften in Saarlouis Titelträgerin über 100 m in 11,98 sec.
Bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften vom 21.06.1996 startete Sandra über 100 m gegen die stärksten deutschen Frauen, die ihren Olympiastart in Atlanta im Auge hatten. Im Vorlauf verbesserte sie ihren eigenen, nur wenige Wochen alten Jugendrekord 11,88 sec. und kam damit in den Zwischenlauf. Dort schied sie dann als Fünfte aus.
Nach dem Lauf musste sich dann die frischgebackene Abiturientin beeilen, denn am Abend fand im St. Ingberter Albertus Magnus Gymnasium die Abiturfeier statt.

21. Juni 1996: Abiturfeier am St. Ingberter Albertus Magnus Gymnasium: Sandra erhäht ihr Abiturzeugnis
Danach reiste Sandra zu den Deutschen Jugendmeisterschaften ins thüringische Erfurt. Dort belegte sie über 100 m in 12,01 sec. und über 200 m in 24,68 sec. jeweils den 5. Platz.
Den Höhepunkt in Erfurt sollte jedoch die 4×100 m Staffel mit ihren Staffelkameradinnen Kathrin Eckert, Sabine Bauer und Janine Flick von der LG DJK Erbach/St. Ingbert bringen. Im Endlauf gewannen die jungen Saarländerinnen hinter der favorisierten Staffel vom TV Wattenscheid in neuer Saarrekordzeit von 46,89 sec. die Silbermedaille. Wie gut diese Zeit im Jahr 1996 war, zeigt sich daran, dass dieser Jugendrekord bis zum heutigen Tag nicht mehr geknackt werden konnte.

Deutsche Vizemeisterinnen in der 4×100 m Staffel mit der DJK Erbach: Die glücklichen Silbermedaillen gewinnerinnen oben von links: Kathrin Eckert, Sabine Bauer, Janine Flick und Sandra Abel
Nur wenige Tage nach diesen Deutschen Jugendmeisterschaften in Erfurt wurde Sandra Abel für die 4×100 Staffel bei den Junioren-Weltmeisterschaften im australischen Sydney nomiert.
Wie es in der sportlichen Karriere von Sandra Abel bis zu ihrem Karriereende 2003 weitergeht, lesen sie im Artikel Sandra Abel – Eine schnelle Frau aus Rohrbach – Ihr größter Erfolg – Die weiteren Jahre bis zum Karriereende
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Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Iris Hensel und Doris Abel

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