Die 4 Bierkehlchen – Ein Gesangsquartett aus Rohrbach

Weit über die Grenzen von Rohrbach hinaus bekannt waren vier junge Männer, die sich dem Gesang und der Musik verschrieben hatten. Sie gaben sich den originellen Namen „Die 4 Bierkehlchen“.

Julius Pfeifer war der geistige Vater, Texter und Arrangeur des Quartetts. Der erste Auftritt war  Anfang November 1957  im Gasthaus Ben Meiser in St.Ingbert.

1957 Erster Auftritt der Bierkehlchen im St. Ingberter Lokal Ben Meiser in der Gartenstraße

Vier Vollblutmusiker mit herrlichen Stimmen waren die  Attraktion bei so mancher Fastnachtsveranstaltung, Zelt- oder Firmenfesten. Bei den verschiedensten Events im gesamten Saarland, ja sogar in der Pfalz, waren Gerhard Fuß, der Akkordeon spielte und 2. Tenor sang, Albert Knoch (Baßbariton), Richard Schmitt (Baß) sowie Günter Weiland (Gitarre und  1. Tenor) gerngesehene Gäste.

Von links: Gerhard Fuß (Charly), Albert Knoch (Schnorres), Richard Schmitt und Günter Weiland

Mit dem Tod von Günter Weiland im Jahr 2026 sind alle 4 Bierkehlchen in der Erstbesetzung nun verstorben. Gerhard Fuß verstarb im Jahr 1989, Albert Knoch im Jahr 2024 und Richard Schmitt im Jahr 2021.

1958 am 1. Mai in der TG Halle in Rohrbach
1962 Kinderliederpotpourri an Fastnacht
Ab 1963 neu im Quartett Günter Hermann rechts im Bild, für Richard Schmitt
1964 Günter Weiland und Albert Knoch
1964 Gerhard Fuß, Günter Weiland und Albert Knoch
1964 Bei einer Karnevalsveranstaltung im Saarbrücker Johannishof: Julius Pfeifer, Albert Knoch, Günter Herrmann und Gerhard Fuß

1964 Kappensitzung in Wolfersheim in der Blauen Grotte
1964 Auftritt beim Närrischen Pfarrfamilienabend – Günter Herrmann im Trikot des 1. FC Saarbrücken und der Roten Laterne, sinnbildlich für den Tabellenstand des damaligen Fußball-Bundesligisten

1965 Fastnachtsprogramm – Der Colt steckt immer im Pyjama

1965 Albert Knoch und Günter Weiland
1965 Fastnachtsprogramm – Der Colt steckt immer im Pyjama
1965 Auftritt beim Operettenabend des Pfarrorchesters
1965 Die Band der Bierkehlchen beim Sommerfest des Wanderclub Edelweiß: Charly, Schnorres und Günter
1966 Bei der CDU-Prunksitzung in der TG Turnhalle

Mit dem Tod von Julius Pfeifer der 1971  im Alter, von nur 47 Jahren starb, gab es auch die „4 Bierkehlchen“ nicht mehr. Alle späteren Auftritte bei Pfarrfamilienabenden, 800 Jahr-Feier von Rohrbach usw. gaben die 4 Sänger und Musiker als Mitglieder des Katholischen Kirchenchores St. Johannes.

1966 Fastnachtsprogramm Cafe Clou
1967 Bei der CDU-Prunksitzung in der TG Turnhalle
Im Juli 1967 verabschiedeten sich die Bierkehlchen mit einem Abschiedskonzert in privatem Kreise im Nebenzimmer des Gasthauses Zur Post (Glasersch). Von links: Günter Herrmann, Gerhard Fuß, Albert Knoch, Günter Weiland und Julius Pfeifer

Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 19. Juli 1967 über den Abschied der Bierkehlchen

Jetzt sind bisher unveröffentliche Dokumente von den Auftritten der 4 Bierkehlchen und ihres geistigen Vaters Julius Pfeifer aus den 50er und 60er Jahren aufgetaucht. Dieter Pfeifer, Sohn von Julius Pfeifer, hat diese Dokumente dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Wenn auch die Tonqualität manchmal nicht so gut ist, lohnt es sich einfach mal reinzuhören. Klicken sie einfach auf den Link von youtube.

Der geistige Vater, Textdichter und Arrangeur der Bierkehlchen Julius Pfeifer verstarb am 21. Januar 1971 im Alter von nur 47 Jahren. Er schrieb nicht nur zahlreiche Lieder, sondern ist auch verantwortlich für tolle Büttenreden. Die berühmtesten Rohrbacher Gassenhauer sind u .a. im Jahre 1966 das legendäre Lied „Gret hol die Axt“ und das „Stampeslied „.

Hier der Text von “ Gret hol die Axt “ :

Ich ging mal einen trinken            owe, owe, owei

Ich tat total versinken                      Ich trank noch 1, 2, 3

Dann schlich ich durch den Garten und stolpre im Spinat

Mein Gretchen tat schon warten, da hann ich schnell gesaat:

Ei Gretche !

Gret“ hol die Ax, em Garde sitzt e Spatz

em Garte sitzt e Schmetterling, der freßt de ganze Peterling

(Seng, seng, Seng  !!)

Ich wollt einmal poussieren, „s war ganz in unsrer Näh.

Dem Mäd“ sein Mamme, die alte Täsch, war ganz degeh.

Ich drücke mich em Hof erum. So kreischt die: Halt ! Wer da ?

Ich hätt se jo “ s liebscht umgebrung !

Doch dann ich schnell gesaat:

Bas Gret ! Ei ! …………Gret hol die Ax ………

Ich wollt mich amüsieren, ich fuhr nach Mainz am Rhein.

Ich wollt dort nicht studieren, ich wollt nur närrisch sein.

Da sang die ganze Meute: Humba Täterä !

Da sagte ich: Ihr Leute – ich zahle und ich geh,

denn wir singen

Gret hol die Ax ………..

Das Stampes-Lied nach der Melodie von Heile Gänsje:

Es war noch in der guten, alten kaiserlichen Zeit.

Da wohnten doch in Rohrbach noch – viel aarisch aarme Leit.

Ein Herr, der vom Bezirksamt kam, um diese Not zu sehn,

sah an der Drehscheib so e Knecht – mit ner Butterschmiere stehn.

Do saat der kleene: Hoher Herr ? Das esch kenn Butter, Ehr senn err !

Das esch:

Stampes, Stampes, Stampes

Stampes schmeckt so gut.

Wann de Stampes gut gestampt esch,

dann geht er gleich ins Blut.

Stampes – gut geschmelzt mit Speck

macht jedi Dell em Panz ewegg.

Es senn zwar heitzedaa die Pänz, mer muß schunn saan “ auf Draht“

Du werscht Dich zwar, doch kriegschte se kaum langs a Automat

met Kaugummi unn Eis am Stiel unn lauter so“ ne Dreck.

Ich hann zu meinem Kleen gesaa: Du holscht Dir noch die Freck.

Das eene will ich Dir heit saan: “ Ab morje fange mer annerscht an !

Freß ! – Stampes ……….

Ein Manager im Cadillac rollt auf der Autobahn.

In Dengmert –  Ost, da fährt er ab, hält vor ner Wirtschaft an.

Und er studiert die Speisekart“, bemängelt das Menü.

Er hätt gern Krebse, Schnecken und – noch lauter solches Vieh.

Der Wirt saat ihm : aalleweil werd“s Zeit –

jetzt freßschte mol wie unser Sort Leit.

Stampes …….

Jetzt horch mol her, Gemeinderat – ich hätt e Bombe – Plan,

met dem, do ziehe mir die Fremde als Touriste an.

Wo“s Rathaus steht, do wäre noch Platz –  für e Super – Automat

met Stampes unn met Sauerkraut – unn wahlweis aa Spinat.

Ehr Leit, das wär die Sensation:

für 20 Penning e Doppelportion.

Stampes ……….

Ein weiterer Gassebhauer war der Rohrbacher Karnevalschlager „Lyoner, Bier und Razebutz“

1978 Anlässlich des 40. Geburtstages von Günter Weiland kamen noch einmal alle ehemaligen Bierkehlchen zusammen und geben ein Privatkonzert. Von links: Günter Weiland, Günter Herrmann, Richard Schmitt, Albert Knoch und Gerhard Fuß
1984 Kurz vor Abriss des Gasthauses Zur Post (Glasersch) sangen Gerhard Fuß, Albert Knoch, Richard Schmitt und Günter Herrmann auf der Bühne des Saals, auf der sie viele Jahre vorher die Gäste zu Begeisterungsstürmen hervorriefen. Es fehlte Günter Weiland (Beruflich verhindert)
1984 im Oktober kurz vor dem Abriss der Gaststätte Zur Post sagte man endgültig „Goodbye“

Die Rohrbacher Heimatfreunde veranstalteten am 18. Januar 2018 mit Günter Weiland eine Gedenkveranstaltung an die Rohrbacher Künstler „Die Bierkehlchen“.

Günter Weiland, der die zahlreichen Zuhörer begeisterte und die 1. Vorsitzende der Rohrbacher Heimatfreunde Rosemarie Wagner

Voll Haus bei den Heimatfreunden bei der Tribute Veranstaltung der Bierkehlchen

Auch die beiden Kinder von Julius Pfeifer, dem „Vater der Bierkehlchen“, Bärbel links und Dieter rechts, halfen bei der Vorbereitung zu dieser Veranstaltung mit. Zweiter von links Günter Herrmann und Günter Weiland

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Günter Weiland, Dieter Pfeifer, Günter Herrmann und Albert Senzig.

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