Ur – Rohrbacher Ausdrücke, die man in keinem Wörterbuch findet – Teil 7

Um 1951 Wutzejagd im Ewwerdorf (von links: mit Hut Jakob Jacob - Doppeljäb, Johann Roschlock, Elisabeth Theodor und hinten Joseph Würtz)

Um 1951 Wutzejagd im Ewwerdorf (von links: mit Hut Jakob Jacob – Doppeljäb, Johann Roschlock, Elisabeth Theodor und hinten Joseph Würtz)

Es gibt Ur – Rohrbacher Ausdrücke, die man vergeblich in Wörterbüchern sucht. Heute wollen wir uns im Teil 6 den Spezialausdrücken der Buchstaben F bis J widmen.

fiese Möpp = keine nette Person

Fixfeierhelzje = ein Streichholz

Fliddische ausstrecke = erwachsen werden

fauli Flutsch = eine faule Person

Firlefanz = unnötiges Zeugs

Flemm = sich nicht gut fühlen

Fizje = wie Bause

Gamaschemaul = sehr verschwätzte Person

Gräbschär = abfällige Bezeichnung für eine nicht gut gelittene Person

geposster Narr = ein ulkiger, gutmütiger Kerl

Gellerieb = Gelbrübe

Gequwellde = gekochte Kartoffeln

g’schiss un’gespauzt = sehr große Ähnichkeit

Grotschele = Finger, Hände (ungewaschen)

gelackmeiert = jemand, der hineingelegt wurde

Gutzja = Bonbons

gräzich = ungewaschenes Bettzeugs

Gifthäbche = leicht und schnell aufgebrachte Person

Hambobel = ein Tollpatsch

hillisch = benommen sein

Huddel = Schwierigkeiten

a Haufe mache = auf die Toilette gehen (groß)

Herschemann = Kopf

hinnerfotzisch = heimtückisch

Hewwel = dicke, krumme Scheibe Brot, ungehobelter Kerl

Hoschbes = ein guter Kerl (Kosename)

Itzick = ein guter Kerl

iwwerzwerch = eine/r, der nicht hört

Jubbefaller = eine/r, der zu lange bleibt

jaunere, sich unaufhörlich beschweren

Jingedurl = abfällige Bemerkung über eine Person

Jochnachel =  Dummkopf

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Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Rupert Hector.

7 Gedanken zu “Ur – Rohrbacher Ausdrücke, die man in keinem Wörterbuch findet – Teil 7

  1. Hallo Karl, hallo Rupert,
    Sprache ist Heimat, und der Dialekt ist unsere Heimat.
    Beim Lesen fällt mir oft zu einem Begriff auch eine Szene oder eine Person ein, das ist das Schönste daran.
    Schöne Grüße, Martin

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  2. Lieber Herr Abel,
    Danke für diese neue Serie, die manches Neue bringt. Mich als „Zugewanderten“ würden da Beispielsätze, oder, noch besser, eine Anekdote zu dem Wort/Ausdruck sehr interessieren. Aber es ist zugegebenermaßen viel Arbeit. Zum „Jochnachel“ fällt mir eigentlich nur „Eneeder Jochnachel“; zur Entstehung dieses für Außenstehende völlig unverständlichen Ausdrucks gibt es eine Geschichte, „Die Legende vom Jochnachel“, die mir von einer Einöderin erzählt wurde, und die man auf folgender Webseite nachlesen kann:
    http://www.homburg-einoed.de/alteSeite/inhalt/ort/jochnachel.html

    Das sw Foto von der Wutzejagd ist nich zu toppen! Das waren noch Zeiten…

    Viele Grüsse,
    Farid Benfeghoul.

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  3. Hallo Karl!
    Habe die neuesten Plattausdrücke gelesen.
    Für einen alten Rohrbacher sind dies natürlich altbekannte Ausdrücke.
    Trotzdem immer wieder schön, das bekannte in Erinnerung zu rufen.
    Vielen Dank für dein Bemühen.
    Günter Jung

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  4. Hallo Karl,
    es macht immer wieder Freude, die alten Rohrbacher Ausdrücke (laut) zu lesen.
    Aber „fiese Möpp“ sagt kein Ur-Rohrbacher. Das ist ein rheinischer Ausdruck!
    Vielleicht kennt man in Rohrbach keinen eigenen Begriff für einen Fiesling, weil es dort nur nette Leute gibt…. 😉
    Liebe Grüße von der ehemaligen Nachbarin Claudia
    (oleck, jetz muss ich offpasse, dass isch net of dem Schleim vaschliwwere) 😉

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  5. Lieber Karl.
    Nach 45 Jhr weg aus der Heimat spricht man die Sprache nicht mehr. Um so köstlicher ist es an die Ausdrücke erinnert zu werden und so manche Anekdote fällt einem ein. Grosse Achtung vor Deiner Arbeit, Deiner Liebe zum Detail, Dialekt und Rohrbach. Durch Dich bin ich ganz nah obwohl fern.
    Danke und Lg Renate

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  6. Hallo Karl,
    Zuerst mußte ich das Lesen der Rohrbacher Ausdrücke meistern, dann kamen mir plötzlich die Erinnerungen zurück. Es ist einfach herrlich, die alten Heimatgeschichten im Sinn hervorzaubern zu können. Man kann es ganz besonders schätzen, wenn man so lange und so weit von dem Heimatsort entfernt ist. Bevor ich mit meinem Mann nach Kanada auswanderte, sagte meine Mutter zu mir: “Vergiß nie die Heimat wo deine Wiege stand, Du findest in der Fremde kein zweites Heimatland!” Das stimmt zwar, aber durch Deine Webseite und die Komputerwelt kommt die Heimat immer näher. Besten Dank für die endlose Mühe und Leidenschaft die Rohrbacher historische Geschichte zu bewahren.
    Viele Grüße

    Else Bens
    Ottawa, Canada

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  7. Hallo Herr Abel,
    ich bin begeistert von Ihrer Seite.
    Als Volksdeutsche merke ich immer wieder, dass unsere Sprache so ähnlich ist, auch das etwas derbere als in anderen deutschen Regionen.
    z.B. sellemols, Seeverlappe, schewatzig, schiwwele, schroo,
    Hatte vor Jahren eine Kollegin aus St.Ingbert, die hat das Wort schroo immer benutzt.
    Damals hab ich mich nicht getraut unseren Dialekt zu sprechen, jetzt merke ich, dass den so viele sprechen.
    Lieben Gruß und weiterhin viel Erfolg

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