Das Gasthaus Zur Sonne an der Rohrbacher Drehscheibe hat eine fast nunmehr 200-jährige Tradition. Im Urkaster von Rohrbach ( Heimatbuch 800 Jahre Rohrbach) von 1845 ist an der Stelle des heutigen Gasthauses, bereits ein Haus aufgeführt, dass einem Johann Wagner gehörte.
Dieser Johann Wagner geb. 1809 in Rohrbach ist im Rohrbacher Ahnenbuch von Anton Marquitz als Ackerer, Wirt und Schuhmacher aufgeführt. Er verkaufte das Anwesen an einen Andreas Schwarz, einen Schlossermeister. Im Adressbuch für die Westpfalz 1911 ist er als Besitzer des Anwesens genannt.

Ein Foto aus dem Jahr 1910. Vorne ganz links das Gasthaus Persil, daneben das heutige Gasthaus Zur Sonne. Gegenüber die Einfahrt zur Bahnhofsstraße.
Im Jahre 1923 erwarb Emanuel Haberer das Anwesen mit integrierter Metzgerei und einem großen Tanzsaal im oberen Stockwerk von Andreas Schwarz. Die damalige Sonnenbrauerei in Speyer lieferte den Gerstensaft. So kam es zu dem heutigen Restaurantnamen und zu der Sprachwendung „Ich geh‘ in die Sunn“. In den Jahren vor und nach dem Krieg fanden in dem Saal viele Festlichkeiten und Tanzveranstaltungen statt.

Der neue Besitzer Emanuel Haberer mit seiner Ehefrau Barbara geb. Mergener.
Auch die Familie Haberer, die ursprünglich aus dem Elsass stammt, hat eine seit dem 17. Jahrhundert nachweisbare Tradition als Bäcker- und Wirtsfamilie.

Ein Foto aus den 20er Jahren von der Wirtschaft und Metzgerei Emanuel Haberer

Im Jahr 1927 fand im Saal der Gastwirtschaft im ersten Stock eine Ausstellung von Rohrbacher Handwerksbetrieben statt
Bis zum Jahre 1930 führte Emanuel Haberer mit seiner Frau Barbara die Gaststätte. Dann übernahmen sein Sohn Joseph (Manuels Sepp) mit seiner Ehefrau Maria geb. Dusemond die Gastwirtschaft.

Gutgelaunte Wirtin Maria Haberer geb. Dusemond. Neben ihr im Fenster ihr Bruder Edmund Dusemond, der oft beim kellnern half. Ganz links auf dem Foto, Florian Dusemond. Die Namen der anderen Personen sind nicht bekannt.

Frohe Runde in der Gastwirtschaft mit bekannten Gesichtern. Auf dem Foto vorne am Tisch Elektromeister Nikolaus Becker (Becker Nickel), Zweiter von links der bekannte Schullehrer Friedrich Müller (de rood Müller), Dritter von links Eugen Haberer, der spätere Wirt, stehend zweite Frau von links, die Wirtin Maria Haberer.

Um 1937 Gäste vor dem Gasthaus. Links vorne die Wirtin Maria Haberer und rechts kniend Clemens Roschlock

Frohe Runde im Gasthaus

Um 1938: Vor dem Gasthaus bekannte Gesichter. Männer auf der linken Seite, 2. von links Peter Gehring (Konsum Peter), daneben Elektromeister Hans Zimmermann mit Schiebermütze, im Rollstuhl der bereits schwer erkrankte Wirt Joseph Haberer (Manuels Sepp) und am Fenster mit Pfeife sein Bruder Eugen Haberer.

Um 1938: Im Rollstuhl der erkrankte Joseph Haberer (Manuels Sepp), der schließlich am 01. Januar 1939 verstarb. Links stehend seine Ehefrau Maria. Rechts mit Zylinderhut Valentin Theodor (Radfahrer Välde).

Nach dem Tod von Joseph Haberer heiratete seine Witwe Maria, Alois Jacob aus Kirkel und führte mit ihm das Gasthaus bis ins Jahr 1949.

Um 1938 Aufmarsch an der Drehscheibe vor dem Gasthaus Haberer

Um 1940 Blick von Drehscheibe ins Oberdorf. Links vorne das Gasthaus Persil, daneben das Gasthaus Haberer. Rechts die Einfahrt in die Bahnhofstraße
Im Jahr 1949 übernahm Eugen Haberer, ein Bruder von Joseph Haberer, mit seiner Ehefrau Anna genannt Ännchen das Gasthaus.

Um 1952 Von der Drehscheibe Blick ins Unnerdorf. Rechts vorne das Gasthaus Eugen Haberer

Um 1958 Das Gasthaus Eugen Haberer kurz vor seinem kompletten Abriss

Rückwärtige und seitliche Ansicht des alten Gasthauses vom Wiesentalschulhaus gesehen

1959 wurde das über 100 Jahre alte Gasthaus, von der Rohrbacher Baufirma Gebrüder Braun bis auf die Grundmauern abgerissen und in seiner heutigen Form neu aufgebaut. Links im Vordergrund der Rohrbacher Dorfpolizist Valentin Schulz.

1959 Das Gasthaus von der Spieserstraße aus gesehen
Am Johannesfest (Gehannsdaa) 1960 wurde das Restaurant neu eröffnet mit acht Fremdenzimmern. Da zwischenzeitlich Räumlichkeiten für Wohnungen benötigt wurden, reduzierte man die Fremdenzimmer auf vier.

Eine Postkarte vom damals neu eröffeneten Gasthaus Zur Sonne

Anlässlich einer Wahlkampfreise weilte der deutsche Bundeskanzler Dr. Kurt Georg Kiesinger am 09. September 1969 in Rohrbach. Hier bei einem Zwischenstopp an der Drehscheibe vorm Gasthaus Zur Sonne

Warten auf den Bundeskanzler am 09. September 1969.
Im Jahr 1974 übernahm Hildegard Ewert (Tochter von Eugen und Ännchen Haberer), ein Jahr nach ihrer Hochzeit mit Frank Ewert das damalige Hotel und den Gasthof Zur Sonne.
Die Gäste schätzen nicht nur die Küche des Gasthauses, sondern auch der pflegliche Umgang von Hildegard und Frank Ewert mit ihren Gästen. Der Jahreszeit entsprechend sind auch die saisonalen Speiseangebote aus der Küche unter anderem wie Martinsgans, Lamm, Fisch oder Schlachtplatte.Täglich wird ein Stammessen angeboten. Das Speiserestaurant hat drei Standbeine: den täglichen Mittags- und Abendtisch, Angebote für Familienfeiern sowie Kaltes und Warmes Büfett für kleine und große Gesellschaften.

1985 Der Club der Goldenen Mitte feiert im Gasthaus Zur Sonne sein 35 jähriges Bestehen. Auf der rechten Seite des Fotos neben Schwester Ignata ist die langjährige Wirtin des Gasthauses Ännchen Haberer zu sehen.

1990 Der Club der Goldenen Mitte feiert sein 40-jähriges Bestehen. In der vorderen Reihe 3. von links die ehemalige Wirtin Ännchen Haberer

1998 Das Gasthaus Zur Sonne feiert sein 75-jähriges Bestehen und 75 Jahre Becker Bier im Ausschank. Auf dem Foto von links: Gebietsverkaufsleiter Jürgen Schindler (Brauerei Becker) überreicht an Frank Ewert die Jubiläumsurkunde. Daneben Anna Haberer (Ännchen), Verkaufsleiter Sven Schirmer (Brauerei Becker) und Hildegard Ewert.

2007 Der Geburtsjahrgang 1948 feiert im Gasthaus Zur Sonne die Goldene Kommunion
In diesem Jahr 2023 feiert das Gasthaus Zur Sonne sein 100-jähriges Bestehen und ist seither im Besitz der Familie Haberer.
Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung der Rohrbacher Heimatfreunde, Hedi Marx, Doris Abel, Nico Rubeck, Karl Gebhardt und Paul Jacob.

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